Wer eine Sicherheitsbeleuchtung plant, erweitert oder modernisiert, steht früh vor einer Grundsatzfrage: Sollen die Leuchten jeweils einen eigenen Akku haben – oder werden sie zentral aus einer Batterieanlage versorgt? Beide Wege sind normgerecht möglich, unterscheiden sich aber deutlich bei Installation, Kosten und Wartung. Dieser Beitrag stellt die Systeme gegenüber und hilft Ihnen, die passende Lösung für Ihr Gebäude zu finden.
🔋 Die Systeme kurz erklärt
- Einzelbatteriesystem (EB): Jede Leuchte hat einen eigenen Akku samt Ladeelektronik. Fällt die allgemeine Stromversorgung aus, schaltet die Leuchte selbstständig auf Batteriebetrieb um. Die Leuchten selbst werden nach DIN EN 60598-2-22 gebaut.
- Zentralbatteriesystem (CPS): Eine zentrale Batterieanlage versorgt alle angeschlossenen Leuchten im Notfall. Die Leuchten selbst enthalten keinen Akku. Die Anlagen werden nach DIN EN 50171 gebaut und sind in der Leistung normativ nicht begrenzt – geeignet auch für große Gebäude.
- Gruppenbatteriesystem (LPS): Funktioniert wie eine Zentralbatterieanlage, ist aber in der Leistung begrenzt (z. B. max. 1.500 W bei einer Stunde Betriebsdauer). Eine Lösung für kleinere bis mittlere Gebäude oder einzelne Gebäudeabschnitte.
Zentrale Systeme arbeiten je nach Hersteller mit 230 V oder mit Kleinspannung, z. B. 24 V. Die Leuchten müssen zur Spannung der Anlage passen – deshalb gibt es Zentralbatterieleuchten in unterschiedlichen Ausführungen.
⚖️ Vor- und Nachteile im Vergleich
| Kriterium | Einzelbatterie | Zentral- / Gruppenbatterie |
|---|---|---|
| Installation | Anschluss an die vorhandene Beleuchtungsinstallation, meist unkompliziert | Eigene Stromkreise von der Anlage zu den Leuchten erforderlich |
| Leitungen | Kein Funktionserhalt für die Versorgungsleitung nötig, da der Akku in der Leuchte sitzt | Je nach Gebäude Leitungen mit Funktionserhalt (z. B. E30) nach Leitungsanlagen-Richtlinie |
| Technikraum | Nicht erforderlich | Je nach Anlagengröße und Gebäude ein eigener, brandschutztechnisch abgetrennter Raum |
| Anschaffung | Geringere Anfangsinvestition | Höhere Anfangsinvestition (Anlage, Leitungen, ggf. Raum) |
| Wartung | Akkus in jeder Leuchte einzeln tauschen – je nach Akkutyp und Einsatzbedingungen nach einigen Jahren | Batterien zentral an einem Ort warten und tauschen |
| Prüfung | Mit Autotest prüft jede Leuchte sich selbst; Ergebnis per Kontroll-LED ablesen | Automatische Prüfung und Überwachung meist zentral an der Anlage |
| Umgebung | Akkus reagieren empfindlich auf Kälte und Hitze | Leuchten ohne Akku – gut geeignet für kalte oder warme Bereiche |
| Erweiterung | Sehr flexibel – einzelne Leuchten jederzeit ergänzbar | Abhängig von freier Kapazität der Anlage |

🏢 Welches System passt zu welchem Gebäude?
Einzelbatterie ist häufig die wirtschaftliche Wahl für:
- kleinere Gebäude mit überschaubarer Leuchtenzahl, z. B. Büros, Praxen, Ladenlokale oder Kitas
- Nachrüstung und Modernisierung im Bestand, wenn keine neuen Leitungen gezogen werden sollen
- Erweiterungen, Anbauten und Nebengebäude
Zentral- oder Gruppenbatterie spielt ihre Stärken aus bei:
- größeren Gebäuden mit vielen Leuchten, z. B. Verwaltungsgebäuden, Schulen oder Hotels
- Sonderbauten wie Krankenhäusern, Versammlungs- oder Verkaufsstätten
- Industrie- und Logistikhallen sowie Bereichen mit hohen oder niedrigen Temperaturen
🔀 Mischlösungen sind möglich
Beide Systeme schließen sich nicht aus. In der Praxis wird ein Hauptgebäude oft zentral versorgt, während Nebengebäude, Anbauten oder einzelne Bereiche mit Einzelbatterieleuchten ausgestattet werden. So lässt sich eine bestehende Anlage erweitern, ohne ihre Kapazität zu überschreiten oder lange Leitungen mit Funktionserhalt zu verlegen.
💶 Anschaffung ist nicht alles
Einzelbatterieleuchten sind in der Anschaffung meist günstiger. Über die Jahre fallen jedoch Akkutausch und Prüfaufwand an jeder einzelnen Leuchte an. Bei zentralen Systemen ist es umgekehrt: höhere Anfangsinvestition, dafür gebündelte Wartung. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Kaufpreis, sondern die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer – inklusive Installation, Prüfungen und Akkutausch.
🧪 Prüfung und Überwachung
Unabhängig vom System müssen Sicherheitsleuchten regelmäßig geprüft und die Ergebnisse dokumentiert werden. Leuchten mit Autotest übernehmen einen Großteil der Funktionstests automatisch. Bei größeren Anlagen mit Einzelbatterieleuchten wird zusätzlich eine zentrale Überwachung empfohlen. Welche Prüfungen wann fällig sind, lesen Sie in unserem Beitrag Prüfpflichten für Notbeleuchtung: Was muss wann geprüft werden?
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- Rettungszeichenleuchten für Zentralbatteriesysteme: 230V | 24V
- Sicherheitsleuchten für Zentralbatteriesysteme: 230V | 24V
Bei Zentralbatterieleuchten prüfen Sie bitte vorab, ob Spannung und Anschlussart zu Ihrer vorhandenen Anlage passen. Bei Fragen beraten wir Sie gern.
✅ Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- ✅ Wie viele Sicherheits- und Rettungszeichenleuchten werden benötigt?
- ✅ Handelt es sich um einen Neubau oder um Nachrüstung im Bestand?
- ✅ Gibt es bereits eine Zentral- oder Gruppenbatterieanlage mit freier Kapazität?
- ✅ Steht ein geeigneter Technikraum zur Verfügung?
- ✅ Gibt es Bereiche mit besonders hohen oder niedrigen Temperaturen?
Die Antworten geben eine erste Richtung vor. Gern unterstützen wir Sie mit unserem Planungsservice – beim Kauf der Leuchten bei ER-LIGHT kostenlos. Die Ausführung sollte mit Ihrer Elektrofachkraft bzw. Ihrem Fachplaner abgestimmt werden – auch, weil je nach Gebäudeart zusätzliche bauordnungsrechtliche Anforderungen gelten können.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Planung oder rechtliche Beratung. Maßgeblich sind die für Ihr Gebäude geltenden Vorschriften, die Herstellerangaben sowie die Vorgaben Ihres Fachplaners bzw. Ihrer Elektrofachkraft. Stand: September 2026.